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Rotkreuzler inszenieren Ausnahmezustand

Große DRK-Übung in der ehemaligen Rettungsleitstelle

In der ehemaligen DRK-Rettungsleitstelle an der Kronprinzenstraße fand die Übung statt.

Lagebesprechung (v.l.) Lehrgangsleiter Frank Herrmann und Einsatzleiterin Martina Haller.

Abschlussfoto der Lehrgangsteilnehmer.

Eine Demonstration von Rechtsradikalen am CongressCentrum (CCP), eine Gegendemo der Linksextremen und eine Straßenschlacht - in der Pforzheimer Innenstadt herrschten am Samstag dramatische Zustände - zumindest theoretisch. Denn als praktischen Abschluss der DRK-Verbandsführerlehrgangs hatte sich Lehrgangsleiter Frank Herrmann ein spannendes Szenario ausgedacht, das die 13 Teilnehmer bis zum späten Nachmittag auf Trab gehalten hat. Schauplatz der Übung waren die Räume der ehemaligen DRK-Rettungsleitstelle an der Kronprinzenstraße.

Um 9 Uhr fiel der Startschuss mit einer fiktiven Straßensperrung der Polizei, um den Linksextremen den Weg zum CCP abzuschneiden. Daraufhin wurde ein Großalarm beim Kreisverband des Roten Kreuzes ausgelöst und ein Einsatzstab der Ehrenamtlichen eingerichtet. Was zunächst mit einem Sanitätsdienst vor dem CCP begann, schaukelte sich schnell hoch: Meldungen gingen ein, die von einer drohenden Selbstverbrennung, einem Angriff auf Flüchtlinge und einer Bombendrohung bis hin zu einer Straßenschlacht reichten. Hinzu kamen betreuungsbedürftige Kinder, ein Reizgaseinsatz und eine Person, die von der Auer Brücke ins Wasser gestürzt war.

"Es ist ein strukturiertes und sehr sorgfältiges Handeln nötig, um die zahlreichen Risiken dieser Einsätze richtig beurteilen und diese abarbeiten zu können", sagte Herrmann, der zwischendurch seinem Team mit Rat und Tat zur Seite stand. Höhepunkt war letztendlich, als sich mittags herausstellte, dass ein Helfer des DRK in der Innenstadt als Geisel genommen wurde und nur gegen ein hohes Lösegeld wieder freikommen sollte.

Der Einsatzstab hatte sich zur Bewältigung aller Aufgaben fiktive Unterstützung von den hiesigen vier DRK-Einsatzeinheiten, Teams aus Karlsruhe und Calw, dem DLRG, der Bergwacht und der Feuerwehr angefordert, sodass rund 400 Einsatzkräfte im Spiel waren - zuzüglich zehn Hundertschaften der Polizei. Bereits zum dritten Mal hat Herrmann - DRK-Mitarbeiter in der Integrierten Leitstelle und Dozent an der DRK-Landesschule - solch eine Übung in Pforzheim organisiert. Vorab hatten zwei Wochenendkurse im Rahmen der Ausbildung zum Verbandsführer stattgefunden.

Text: D. Kneis
Fotos: Kneis/Mannuss

26. März 2018 10:51 Uhr. Alter: 177 Tage

 

 

 


 

 

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